Alles, was du über den Besuch beim Untergrundfluss wissen musst
Sabang ist ein kleiner, entspannter Küstenort auf der philippinischen Insel Palawan, wo tropischer Dschungel und das Meer aufeinandertreffen. Von hier startet das Abenteuer zum Puerto Princesa Subterranean River, einem unterirdischen Fluss, der sich durch beeindruckende Kalksteinhöhlen schlängelt. Auf einem Boot gleitest du vorbei an Stalaktiten und mystischen Schatten, die die Höhle in ein geheimnisvolles Licht tauchen. Sabang und sein Nationalpark mit dem Untergrundfluss sind ein magischer Ort, an dem Natur, Ruhe und Abenteuer auf faszinierende Weise verschmelzen.
Sabang – das Tor zum Untergrundfluss von Palawan
Sabang ist ein kleiner, entspannter Küstenort im Nordwesten von Palawan. Das Dorf liegt direkt am Meer und ist von dichtem, tropischem Regenwald umgeben. Schon bei der Ankunft spürst du, dass hier alles langsamer läuft und den damit verbundenen relaxten Vibe.
Der breite Sandstrand ist das Zentrum von Sabang. Fischerboote liegen am Ufer, Tourboote warten auf Besucher und dahinter ragen bewaldete Hügel in den Himmel. Das Meer wirkt oft ruhig, manchmal aber auch überraschend kraftvoll, besonders in der Regenzeit. Abends wird es still. Es gibt kaum Nachtleben, nur das Rauschen der Wellen und Zirpen der Grillen im Hintergrund.
Sabang ist vor allem als Ausgangspunkt für den berühmten Puerto Princesa Subterranean River bekannt. Und ja, die Sehenswürdigkeit befindet sich nicht wirklich bei der Inselhauptstadt Puerto Princesa, der Name des Naturwunders ist verwirrend, sondern hier beim Küstendorf Sabang.
Viele Reisende übernachten gar nicht hier oder bleiben nur eine Nacht. Erst wer länger bleibt, entdeckt die entspannte Atmosphäre. Wir empfehlen dir jedenfalls 1-2 Nächte hier in Sabang zu verbringen.

Anreise nach Sabang
Sabang liegt rund 80 Kilometer nordwestlich der Inselhauptstadt Puerto Princesa und ist am einfachsten von dort aus zu erreichen. Die Fahrt nach Sabang dauert etwa zwei bis zweieinhalb Stunden. Unterwegs führt die Straße durch kleine Dörfer, vorbei an Reisfeldern und durch hügelige Landschaft. Der letzte Abschnitt wird kurviger und führt durch dichten Regenwald. Die Strecke ist inzwischen gut ausgebaut, dennoch geht es gemächlich voran.
Wir sind mit dem Transportunternehmen Bloomfield gereist, welches im nördlichen Stadtteil von Puerto Princesa ein Büro und Haltestelle betreibt. Ein funktionierende Website oder Abfahrtszeiten haben wir nirgends gefunden, wir sind einfach beim Büro aufgekreuzt.

Wenn du von El Nido oder Port Barton in Richtung Süden nach Sabang reisen möchtest, gibt es unterschiedliche Veranstalter, die mit ihren Vans die Strecke bedienen. Teilweise musst du an der Strassenkreuzung bei Salvacion umsteigen. Doch alles ist organisiert und ein kleines Café bietet Kaffee und Snacks, um eine allfällige Wartezeit zu überbrücken. Die Fahrzeit zwischen Port Barton und Sabang beträgt rund 5-6 Stunden.
Manchmal kann es einfacher und komfortabler sein, bis Puerto Princesa zu reisen und dort eine Übernachtung einzulegen, bevor du nach Sabang weiterreist. Von Puerto Princesa aus starten auch alle Touren zum Subterranean River. Dies hat auch den Vorteil, dass du dich nicht selbst um eine Bewilligung für das Schutzgebiet kümmern musst, dies wird in diesem Fall von einer Agentur übernommen.
Wichtig ist, genug Zeit einzuplanen. Gerade in der Hochsaison kann es zu Wartezeiten kommen. Wer am selben Tag noch den Underground River besuchen möchte, sollte früh starten oder noch besser bereits am Vorabend in Sabang ankommen.

Tour und Tagesausflug zum Puerto Princesa Subterranean River
Der Ausflug zum Puerto Princesa Subterranean River* startet frühmorgens. Dein Fahrer holt dich in deinem Hotel in Puerto Princesa ab und bringt dich nach Sabang. Vor Ort bordest du ein Boot, das dich zur Höhlenmündung des Puerto Princesa Subterranean River bringt. Hier steigst du in ein Paddelboot um und entdeckst auf dem spektakulären unterirdischen Fluss die beeindruckenden Höhlenformationen und erfährst interessante Infos über das UNESCO‑geschützte Naturwunder.
Zurück in Sabang gibt es ein traditionelles philippinisches Mittagessen in einem lokalen Restaurant. Optional kannst du danach Aktivitäten wie Ziplining oder eine Bootstour durch die Mangroven unternehmen. Danach erfolgt die Rückfahrt in deine Unterkunft in Puerto Princesa.
Unser Tipp: Gegen einen Aufpreis kannst du dein Reisegepäck von Puerto Princesa mitnehmen und bleibst dann in Sabang. Somit profitierst du einerseits von der bestens organisierten Tour und kannst trotzdem noch das einladenden Küstendorf Sabang in aller Ruhe genießen.
Hotels und Unterkünfte
Die Übernachtungsmöglichkeiten in Sabang sind begrenzt und deutlich kleiner als in anderen beliebten Orten wie Puerto Princesa, Port Barton oder El Nido. Es gibt zwei luxuriöse Hotels, das Four Points by Sheraton und das Daluyon Beach and Mountain Resort. Dazu einige einfachere, familiär geführte Hostels und Gästehäuser für budgetbewusste Reisende. In der Hochsaison von Dezember bis Mai solltest du aufgrund der hohen Nachfrage frühzeitig eine für dich passende Unterkunft buchen.
- Budget | Cafe Sabang Guest House*
Das kleine, gemütliches Gästehaus liegt nur wenige Minuten zu Fuß vom Strand entfernt. Es ist beliebt bei budgetbewussten Reisenden und bietet eine entspannte, tropische Atmosphäre mit Garten und Bar. Die Unterkunft zeichnet sich durch ihre freundlichen Gastgeber und hilfsbereiten Service aus. Das Personal ist immer hilfsbereit bei der Organisation von Touren und Transfers. Die Zimmer sind einfach, aber sauber, manche mit Balkon oder privatem Bad. - Luxus | Daluyon Beach and Mountain Resort*
Möchtest du mit einem gehobenen Standard übernachten? Dann empfehlen wir dir das Daluyon Beach and Mountain Resort*. Es gibt zwar mit dem Four Points by Sheraton noch ein weiteres Luxushotel, doch hat das Daluyon in unseren Augen deutlich mehr Charme. Das Resort liegt direkt am Strand von Sabang, wunderschön umrahmt mit hoch aufragenden Palmen. Die Zimmer sind geschmackvoll eingerichtet, viele verfügen über eine private Veranda mit direktem Meerblick. Ein einladender Swimming Pool befindet sich mitten in der grünen Hotelanlage.

Puerto-Princesa-Subterranean-River-Nationalpark
UNESCO-Weltnaturerbe und neues Naturwunder der Welt
Der Puerto-Princesa-Subterranean-River-Nationalpark liegt an der Nordwestküste der Insel Palawan und ist eines der bekanntesten Naturreservate der Philippinen. Der Park umfasst dichten Regenwald, Kalksteinhöhlen und den berühmten Untergrundfluss von Puerto Princesa, der sich über mehr als 8 Kilometer durch die Höhle schlängelt und direkt in das Meer mündet.
Der Nationalpark gehört seit 1999 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Zudem wurde er von einer unabhängigen Stiftung bei einer breit abgestützten Befragung als eines der 7 neuen Naturwunder der Welt gewählt, zusammen mit der Halong Bay in Vietnam, dem Tafelberg in Südafrika, den Wasserfällen von Iguazu etc.
Der Puerto-Princesa-Subterranean-River-Nationalpark ist ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten, darunter Fledermäuse, Affen und seltene Vögel. Besucher können den Park auf geführten Bootstouren erkunden, die sowohl die Höhle selbst als auch die beeindruckende Natur rund um den Fluss zeigen. Der Ausflug ergibt eine einzigartige Kombination aus Dschungel, Karstlandschaften und unterirdischem Wasser.

Das verflixte Permit (und wie du dies umgehst)
Für den Besuch des Puerto Princesa Subterranean River benötigst du ein Permit. Diese Genehmigung wird vom Parkmanagement des Nationalparks ausgestellt und ist verpflichtend, da der Fluss Teil des UNESCO-Weltnaturerbes ist. Es regelt die Besucherzahlen, um den Park und die Höhle zu schützen.
Die einfachste Methode ist, eine geführte Tour zu buchen, beispielsweise über unseren Partner GetYourGuide*. Dies hat eben den gewichtigen Vorteil, dass du dich nicht selbst um die Bewilligung kümmern musst, der lokale Veranstalter übernimmt das für dich.
Möchtest du lieber auf eigene Faust von Puerto Princesa nach Sabang reisen? Geht natürlich auch. Dann musst du jedoch vorher die Parkerlaubnis beim Puerto Princesa Subterranean River National Park Office einholen. Das Verwaltungsgebäude befindet sich zentral gelegen in Puerto Princesa, beim Mendoza-Park, an der Rizal Avenue. Die Öffnungszeiten sind ab ca. 7:30 bis ca. 17 Uhr. Die Erfahrungen sind sehr unterschiedlich. Teilweise geht es kurz und schmerzlos, teilweise ist für das bürokratische Prozedere etwas Geduld erforderlich.

Das Permit ist kostenpflichtig. Die Gebühr wird zusammen mit dem Eintritt und der Bootstour erhoben und liegt aktuell bei etwa 500 Pesos pro Person (ca. 7 EUR, Stand 2026). Zusätzlich bezahlst du noch einen Audio-Guide und eine Umweltgebühr und kommst alles in allem auf ca. 10 EUR. Die Gebühr wird entweder in Puerto Princesa oder in Sabang bezahlt.
Reist du von Palawans Norden direkt nach Sabang? Auch das ist möglich, in Sabang gibt es ebenfalls ein Parkbüro, wo du ein Permit beantragen kannst. Dies ist jedoch mit einem gewissen Risiko behaftet. Falls genau an deinem gewünschten Tag das Kontingent ausgeschöpft ist, müsstest du flexibel bleiben mit deinen Reiseplänen und die Tour am nächsten Tag unternehmen. Plane also lieber einen Reservetag und eine Übernachtung in Sabang ein.
Unser Tipp: Vor allem in der Hochsaison (Dezember bis Mai) ist die Zahl der Besucher begrenzt. Wir empfehlen dir frühzeitig eine organisierte Tour zu buchen* oder 2-3 Tage vor dem gewünschten Besuchstag vor Ort in Puerto Princesa ein Permit zu sichern.

Mit dem Boot übers Meer oder Jungle Trail?
Von Sabang aus nehmen die meisten Traveller jeweils ein motorisiertes Boot der Küste entlang bis zu der abgelegenen Bucht, wo sich der Eingang der Höhle des Puerto Princesa Subterranean River befindet. Die Bootsfahrt dauert in der Regel 15-20 Minuten. Bei starkem Wellengang verhängt die Küstenwache ein Fahrverbot für die Boote zwischen Sabang und dem Höhleneingang. Dies kann immer mal wieder vorkommen. Deshalb empfehlen wir dir lieber noch einen weiteren Tag für den Aufenthalt in Sabang einzuplanen.
Doch es geht auch anders. Falls wirklich kein Boot fährt oder du einfach Lust auf Bewegung hast, kannst du die Strecke zum Höhleneingang auch zu Fuß durch den Dschungel zurücklegen. Haben wir so gemacht, können wir empfehlen und würden es jedenfalls wieder so machen.

Wanderung auf dem Jungle Trail
Der Jungle Trail von Sabang zur Underground River Höhle ist etwa 5,3 Kilometer lang und führt durch einen ursprünglichen tropischen Wald mit faszinierenden Kalksteinformationen. Es gib einige kurze An- und Abstiege, gelegentlich schlammige Passagen nach Regen, sonst ohne größere Herausforderungen. Die Gehzeit liegt normalerweise zwischen 1,5 und 2 Stunden, abhängig von Tempo, Wetter und Pausen. Der Jungle Trail ist weder ein gemütlicher Spaziergang, noch eine echte Trekkingtour. Ein durchschnittlich fitter Wanderer schafft die Strecke jedenfalls problemlos.
Beim Informationszentrum der Parkverwaltung in Sabang werden wir darauf hingewiesen, dass ein Gesundheitscheck und ein offizieller Guide vorgeschrieben sei, dieser diene sowohl dem Naturschutz als auch unserer Sicherheit. Konkret heißt das nochmals eine Stunde warten auf die Ärztin und Geld locker machen für den Guide. Ein absoluter Witz – insbesondere für erfahrene Berggänger wie wir, mit mehreren Alpenüberquerungen im Lebenslauf. Die Ärztin stellt also drei Fragen und zusammen unterschreiben wir irgendeinen Zettel. Der uns zugewiesene Guide ist mit möglichst großem Abstand vor uns hergerannt und hat uns weder was über den Nationalpark erzählt noch sonst irgendwas beigetragen.
Beachte jedoch, dass es vor dem eigentlichen Jungle Trek noch einen Checkpoint und Ticketkontrolle gibt. Allenfalls kommst du dort gar nicht vorbei ohne die Begleitung eines Guides, wissen wir nun natürlich nicht.
Jedenfalls legen wir nun endlich los. Der Wanderweg schlängelt sich durch den Urwald und verläuft überwiegend im Schatten hoher Bäume. Die Strecke ist abwechslungsreich und führt über natürliche Waldpfade. Felsige Passagen werden auf Holzstegen und Holztreppen überbrückt. Immer wieder ragen die für die Region typischen Karstformationen aus der Vegetation empor und verleihen der Landschaft eine fast mystische Atmosphäre. Zwischen den Baumkronen sind häufig Vögel zu hören. Dazu können wir Affen und Warane beobachten.

Der geheimnisvolle Untergrundfluss von Puerto Princesa
Nun sind wir in der Bucht des Puerto Princesa Subterranean River. Wir begeben uns vom Mündungsgebiet des Flusses bis zum kleinen Strand, wo die Boote in das Höhlensystem abfahren. Da wir mit einem Audioguide ausgerüstet werden, sagt unser Bootsman gar nicht viel und beschränkt sich aufs Rudern.
Sobald das kleine Boot in die Öffnung der Höhle gleitet, verändert sich alles. Das Licht verschwindet hinter uns, und innerhalb weniger Sekunden wird aus dem offenen Dschungel ein stiller, schwarzer Raum. Nur das leise Tropfen von Wasser und das gelegentliche Klatschen der Paddel bleiben hörbar.
Das Innere des Puerto Princesa Subterranean River Nationalparks wirkt wie eine verborgene Welt aus Stein, die über Jahrtausende vom Wasser geformt wurde. Es öffnet sich ein weit verzweigtes Höhlensystem mit gewaltigen Kammern, hohen Gewölben und bizarren Kalksteinformationen.
Im Licht der Lampen erscheinen die Felswände in unterschiedlichen Formen und Strukturen, mal glatt und geschwungen, mal zerklüftet und voller feiner Details. Doch der Lichtkegel der Lampe reicht oft nicht aus, um die gesamte Kammer auszuleuchten. Die Dunkelheit verschluckt die Konturen, sodass man nur erahnen kann, wie weit sich die Höhle noch ausdehnt.
Von den Decken hängen unzählige Stalaktiten herab. Einige sind dünn wie Nadeln, andere haben die Form mächtiger Säulen oder wirken wie steinerne Vorhänge. An vielen Stellen wachsen sie den Stalagmiten entgegen, die sich vom Boden aus gebildet haben. Fledermäuse hängen reglos in den dunklen Zonen der Decke, nur als kleine Schatten erkennbar. Der Fluss trägt das Boot weiter, ohne dass man das Gefühl hat, sich zu bewegen.
Diese Mischung aus gewaltigen Dimensionen, vollkommener Dunkelheit und den kunstvollen Formen des Kalksteins macht den Reiz Untergrundflusses Puerto Princesa aus und erklärt, warum er zu den beeindruckendsten Naturwundern der Philippinen zählt.







