Begegnung mit Ugandas Wildlife
Der Queen-Elizabeth-Nationalpark gehört zu den bekanntesten Schutzgebieten Ugandas und beeindruckt durch seine abwechslungsreiche Landschaft und vielfältige Tierwelt. Zwischen Savannen, Kraterseen und dem Kazinga-Kanal gibt es zahlreiche Tiere wie Elefanten, Flusspferde, Büffel und Löwen zu entdecken. Besonders berühmt sind die baumkletternden Löwen von Ishasha, die den Park zu einem einzigartigen Reiseziel in Ostafrika machen.
Royaler Name des Nationalparks
Der Queen Elizabeth National Park erhielt seinen Namen zu Ehren der britischen Königin Elizabeth II. Sie besuchte Uganda im Jahr 1954, und anlässlich dieses Besuchs wurde der damalige Kazinga-Nationalpark in Queen Elizabeth National Park umbenannt.
Der Name erinnert somit an den Besuch der Königin und an die damalige Verbindung Ugandas mit dem Britischen Empire. Nach der Unabhängigkeit Ugandas im Jahr 1962 blieb der Name des Parks bestehen.
Geografie und Lage
Der Queen Elizabeth National Park liegt im Südwesten Ugandas, unweit der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo. Der Park erstreckt sich über eine Fläche von 2000 km2 zwischen dem Lake Edward und dem Lake George. Er gehört unbestritten zu den Highlights einer Reise durch Uganda.
Die beiden Seen sind durch den Kazinga Channel miteinander verbunden. Dieser natürliche Wasserweg ist besonders wichtig für die Tierwelt des Parks. An seinen Ufern leben unter anderem Flusspferde, Krokodile, Büffel und viele verschiedene Vogelarten.
Durch seine Lage am Fuß des Ruwenzori-Gebirges bietet der Nationalpark eine abwechslungsreiche Landschaft. Dazu gehören offene Savannen, tropische Wälder, Seen und Feuchtgebiete. Diese unterschiedlichen Lebensräume machen den Queen Elizabeth National Park zu einem der artenreichsten und bekanntesten Nationalparks in Afrika.

Landschaften im Nationalpark
- Savannenlandschaft: Die Savanne besteht hauptsächlich aus offenen Grasflächen mit einzelnen Bäumen und Büschen. Sie bietet Lebensraum für viele große Tiere wie Elefanten, Büffel und Löwen.
- Feuchtgebiete und Gewässer: Rund um den Lake George, den Lake Edward und den Kazinga-Kanal befinden sich feuchte Landschaften mit dichter Vegetation. Sie sind besonders wichtig für Flusspferde, Krokodile und zahlreiche Wasservögel.
- Kraterlandschaft: Im Norden des Parks gibt es viele vulkanische Krater und Kraterseen. Diese Landschaft entstand durch frühere vulkanische Aktivitäten und hebt sich deutlich von der flachen Savanne ab.
- Waldlandschaft: In einigen Teilen des Parks wachsen dichtere Wälder und Buschgebiete. Dort finden vor allem Affen und andere kleinere Tiere Schutz und Nahrung.
- Gebirgslandschaft: Im Westen des Nationalparks erheben sich die Rwenzori-Berge. Die hohen, bewaldeten und teilweise schneebedeckten Berge bilden einen starken Kontrast zur Savanne des Parks.

Natürlicher Kazinga-Kanal
Der Kazinga-Kanal ist ein etwa 32 Kilometer langer natürlicher Wasserweg, der den Lake George mit dem Lake Edward verbindet. Er prägt die Landschaft des Queen Elizabeth National Parks und ist besonders für seine große Vielfalt an Tieren bekannt. Entlang des Kanals leben unter anderem zahlreiche Flusspferde, Krokodile, Elefanten und verschiedene Vogelarten.
Für den Park hat der Kanal eine wichtige ökologische Bedeutung, da er vielen Tieren Wasser und Nahrung bietet und verschiedene Lebensräume miteinander verbindet. Gleichzeitig ist er eine der wichtigsten Touristenattraktionen des Parks. Auf einer Bootsfahrten kannst du die Tiere besonders gut beobachten. Da es bei unserem Besuch schon mehrere Wochen nicht geregnet hat, erleben wir umso mehr Tiere am Wasser.

Tierwelt im Queen-Elizabeth-Nationalpark
Sind die Big Five zu sehen?
Im Queen Elizabeth National Park kommen vier der sogenannten Big Five vor: Löwen, Elefanten, Büffel und Leoparden. Die großen Säugetiere sind ein wichtiger Bestandteil der Tierwelt des Nationalparks und leben in den unterschiedlichen Landschaften wie der Savanne, den Wäldern und den Gebieten rund um die Gewässer. Besonders bekannt ist der Park für seine Löwen, die teilweise auf Bäumen ruhen, sowie für die großen Elefanten- und Büffelherden.
Das Nashorn, das ebenfalls zu den Big Five gehört, kommt im Queen Elizabeth National Park jedoch nicht vor. Deshalb kannst du hier nicht die vollständigen Big Five beobachten, wie es beispielsweise im Etosha Nationalpark in Namibia möglich ist. Trotzdem ist die Vielfalt an großen Säugetieren eine wichtige Besonderheit des Nationalparks und macht ihn zu einem beliebten Ziel für Safaris und Tierbeobachtungen.
Wildkatzen und die baumkletternden Löwen
Im Naturschutzgebiet leben verschiedene Arten von Wildkatzen. Besonders bekannt sind Löwen und Leoparden, die zu den größten Raubtieren des Parks gehören. Leoparden sind eher Einzelgänger und halten sich häufig in dicht bewachsenen Gebieten auf. Sie sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv und deshalb schwieriger zu beobachten. Löwen leben in den offenen Savannen und ernähren sich von größeren Beutetieren wie Antilopen, Büffeln und Warzenschweinen.
Eine besondere Attraktion des Queen-Elizabeth-Nationalparks sind die baumkletternden Löwen im Ishasha-Gebiet im Süden des Wildschutzgebiets. Anders als die meisten Löwen verbringen sie einen Teil des Tages auf den Ästen großer Feigen- und Akazienbäume. Von dort können sie sich ausruhen, die Umgebung beobachten und der Hitze am Boden entkommen. Diese ungewöhnliche Verhaltensweise macht die Löwen von Ishasha zu einer der bekanntesten Besonderheiten des Nationalparks.
Neben Löwen und Leoparden kommen im Nationalpark auch kleinere Wildkatzen wie Servale, Karakale und Afrikanische Wildkatzen vor. Diese Tiere jagen vor allem kleinere Säugetiere und Vögel und sind an das Leben in der Savanne und im Buschland angepasst.

Elefanten – Giganten der Savanne
Die Elefantenherden gehören zu den größten und bekanntesten Säugetieren im Nationalpark. Es handelt sich um Afrikanische Elefanten, die durch ihre großen Ohren, den langen Rüssel und die Stoßzähne gekennzeichnet sind. Die Tiere leben meist in Familienverbänden, die aus mehreren Weibchen und ihren Jungtieren bestehen und von einer erfahrenen Elefantenkuh angeführt werden. Ausgewachsene Männchen verlassen die Herde häufig und leben entweder allein oder in kleineren Gruppen. Die Elefanten ernähren sich hauptsächlich von Gräsern, Blättern, Zweigen, Früchten und Baumrinde und benötigen täglich große Mengen an Nahrung und Wasser.
Ein interessanter Aspekt ist, dass Elefanten die Landschaft des Schutzgebiets aktiv mitgestalten. Wenn sie Bäume und Sträucher fressen oder umstoßen, entstehen offene Flächen, die anschließend von anderen Tierarten genutzt werden können. Außerdem legen Elefanten auf der Suche nach Nahrung und Wasser teilweise große Entfernungen zurück. Im Queen Elizabeth National Park kann man sie besonders häufig in der Nähe des Kazinga-Kanals und anderer Wasserstellen beobachten. Wir haben sogar bei der Zufahrtsstraße Elefanten gesehen, bevor wir überhaupt das Gate des Nationalparks überquert haben.

Flusspferde am Kazinga-Kanal
Im Queen-Elizabeth-Nationalpark findest du große Flusspferdpopulationen (Hippopotamus), vor allem entlang des Kazinga-Kanals. Dort halten sie sich tagsüber fast vollständig im Wasser auf, um ihren Körper vor der Hitze zu schützen. Für uns Besucher ist es gar nicht so einfach, ein tolles Foto von den Flusspferden zu bekommen, auf dem man mehr als nur ihre hervorschauenden Augen sieht.
Flusspferde können bis zu mehreren Tonnen wiegen und verbringen einen großen Teil ihres Tages ruhend im Wasser. Sie können trotz ihres massigen Körpers sehr gut schwimmen und tauchen. Am Abend verlassen sie das Wasser und gehen an Land, um auf den umliegenden Grasflächen nach Nahrung zu suchen. Sogar bei unserer Lodge kommen sie nachts vorbei und müssen vom Wachmann vertrieben werden. Nach dem kurzen Aufschrecken bleibt vor allem eines: das einmalige Erlebnis, diese mächtigen Tiere aus so kurzer Distanz beobachten zu können.
Hast du gewusst, dass ein Flusspferd und ein Nilpferd dasselbe Tier sind? Der Name Nilpferd kommt tatsächlich vom Nil in Ägypten. Die Tiere lebten früher im gesamten Niltal und waren auch in Ägypten verbreitet. Heute gibt es dort keine wildlebenden Flusspferde mehr. Sie wurden bereits in der Antike durch Jagd und den Verlust ihres Lebensraums ausgerottet. Der Name Nilpferd ist aber geblieben, obwohl Flusspferd heute die modernere und passendere Bezeichnung ist.

Afrikanischer Büffel
Die Büffel gehören zu den beeindruckendsten Pflanzenfressern im Nationalpark. Sie leben häufig in großen Herden und halten sich vor allem in den offenen Savannen und Graslandschaften auf. Mit ihrem kräftigen Körperbau, den dunklen Fell und den charakteristischen, nach außen gebogenen Hörnern sind sie leicht zu erkennen.
Büffel ernähren sich hauptsächlich von Gräsern und verbringen einen großen Teil des Tages mit der Nahrungssuche. Obwohl sie Pflanzenfresser sind, gelten sie als wehrhafte und teilweise unberechenbare Tiere. Besonders die großen Herden bieten Schutz vor Raubtieren wie Löwen, die vor allem junge oder geschwächte Büffel erbeuten können.
Affenarten im Nationalpark
Im Queen-Elizabeth-Nationalpark leben verschiedene Affenarten, die vor allem in den Waldgebieten und dicht bewachsenen Teilen des Schutzgebiets vorkommen. Zu den bekanntesten zählen Schimpansen, Uganda-Mangaben, Grüne Meerkatzen und Paviane. Sie unterscheiden sich deutlich in ihrem Aussehen, Verhalten und Lebensraum.
Die Schimpansen sind besonders interessant, da sie zu den nächsten Verwandten des Menschen gehören. Sie leben in sozialen Gruppen und ernähren sich hauptsächlich von Früchten, Blättern und anderen Pflanzenteilen. Im nahe gelegenen Kalinzu Forest kannst du Schimpansen in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten.
Grüne Meerkatzen fallen durch ihr grünlich-graues Fell und ihr helles Gesicht auf. Sie leben meist in Gruppen und sind sowohl in Bäumen als auch am Boden unterwegs, wo sie nach Früchten, Samen und Insekten suchen. Uganda-Mangaben sind ebenfalls sehr soziale Tiere und kommen vor allem in bewaldeten Gebieten vor.
Auch Paviane sind im Nationalpark häufig anzutreffen. Im Gegensatz zu vielen anderen Affen verbringen sie viel Zeit am Boden und leben in großen Gruppen. Dadurch sind sie besonders gut an die offenen Savannenlandschaften des Parks angepasst.

Vielfältige Vogelwelt
Durch die vielen Seen, Feuchtgebiete, Savannen und Wälder finden hier zahlreiche Vogelarten geeignete Lebensräume. Besonders entlang des Kazinga-Kanals kannst du viele verschiedene Vögel beobachten.
Zu den auffälligen Arten gehören der Afrikanische Fischadler, der mit seinem weißen Kopf und seinem kräftigen Schnabel leicht zu erkennen ist. Er hält sich häufig in der Nähe von Gewässern auf und ernährt sich hauptsächlich von Fischen. Auch Marabus, Störche, Reiher und Pelikane sind in den Feuchtgebieten und an den Ufern der Seen anzutreffen.
Eine weitere Besonderheit ist der Graukronenkranich, der zu den bekanntesten Vögeln Ugandas gehört und sogar das Wappentier Ugandas ist. Er fällt durch seine goldene Federkrone und seine auffällige Körperhaltung auf. Die große Vielfalt an Vogelarten macht den Queen-Elizabeth-Nationalpark deshalb nicht nur für Safari-Touristen, sondern auch für Vogelbeobachter interessant.

Liebst du die afrikanische Tierwelt?
- Berggorilla-Tracking in Uganda
- Big Five im Etosha-Nationalpark in Namibia
- Lemuren im Masoala-Nationalpark in Madagaskar
* Durch den Kauf eines Produkts oder eines Services über unsere Affiliate-Partner, bekommen wir eine kleine Kommission. Für dich entstehen selbstverständlich keine Mehrkosten. Herzlichen Dank.




