Vielfältige afrikanische Tierwelt auf kleinem Raum

Der Lake Mburo Nationalpark ist zwar einer der kleineren Nationalparks Ugandas, überrascht aber mit einer erstaunlichen Vielfalt an Landschaften und Tieren. Weite Savannen, sanfte Hügel, Akazienwälder und zahlreiche Seen prägen das abwechslungsreiche Bild. Besonders bekannt ist der Park für seine Zebras, Giraffen, Büffel, Impalas und Flusspferde. Ein besonderes Erlebnis ist eine Safari zu Fuß oder mit dem Fahrrad, bei der man der Tierwelt ungewöhnlich nah kommt.

Lake Mburo Nationalpark im Überblick

Der Lake Mburo Nationalpark liegt im Westen Ugandas zwischen der Hauptstadt Kampala und der Provinzstadt Mbarara. Namensgeber ist der Lake Mburo. Er prägt zusammen mit weiteren Seen und den umliegenden Feuchtgebieten, Savannen und sanften Hügeln die Landschaft. Lake Mburo ist mit etwa 370 km² einer der kleineren Nationalparks Ugandas.

Typisch für den Park sind vor allem Zebras, Giraffen, Büffel, Impalas und verschiedene Antilopenarten. Auch Flusspferde und Krokodile sind in und am Lake Mburo zu sehen. Der Park ist außerdem für seine große Vielfalt an Vogelarten bekannt.

Eine Besonderheit ist, dass man dort neben klassischen Pirschfahrten auch Bootsfahrten, geführte Wanderungen und Fahrradsafaris unternehmen kann. Dadurch lässt sich die Tierwelt aus unterschiedlichen Perspektiven erleben.

Durch seine vergleichsweise gute Erreichbarkeit von Kampala und Entebbe, eignet sich der Lake Mburo Nationalpark besonders gut als Zwischenstopp auf einer Rundreise durch Uganda.

Landschaft mit afrikanischer Savanne in Uganda
Landschaft mit afrikanischer Savanne in Uganda.

Tierarten im Nationalpark

  • Flusspferde: Zu sehen im Wasser und an den Ufern des Lake Mburo
  • Krokodile: sonnen sich an den Ufern der Seen
  • Giraffen: erst seit 2015 wieder im Park heimisch
  • Zebras: große Gruppen grasen auf der Savanne
  • Büffel: imposante Herden ziehen durch den Nationalpark
  • Warzenschweine: entweder beim Fressen oder davonrennen
  • Impalas: flinke Antilopen, besonders zahlreich
  • Topis: rötlich-braune Antilopen, typisch für offene Savannen
  • Paviane: kräftiger Affe mit markantem Gesicht, lebt meist in großen sozialen Gruppen
  • Fischadler: Markanter Greifvogel, häufig an den Seeufern
Pavian im Lake-Mburo-Nationalpark
Paviane nutzen den Pool unserer Safari Lodge für eine Trinkpause.

Welche Safari möchtest du erleben?

In vielen Nationalparks beschränkt sich das Erlebnis hauptsächlich auf Pirschfahrten im Fahrzeug. Deshalb ist der Besuch im Lake Mburo Nationalpark so besonders, weil du mehrere Möglichkeiten hast, das Naturschutzgebiet zu erkunden und die Tierwelt aus ganz unterschiedlichen Perspektiven kennenzulernen. Welches ist deine Wahl?

  • Pirschfahrt (Game Drive): Die klassische Safari im Geländewagen – ideal, um Zebras, Giraffen, Antilopen und Büffel zu beobachten.
  • Abend- oder Nachtpirschfahrt: Je nach Verfügbarkeit von Guides, kannst du den Park in den späteren Stunden erkunden und dabei nachtaktive Tiere beobachten.
  • Bootssafari: Im Lake Mburo Nationalpark gibt es selbsterklärend auch einen größeren See. Auf einer Bootsfahrt kannst du Flusspferde, Krokodile und zahlreiche Wasservögel aus nächster Nähe beobachten.
  • Walking Safari: Begleitet von einem Ranger geht es zu Fuß durch die Savanne. Dabei tauchst du voll ein in die Natur und entdeckst auch kleinere Tiere und ganz viele Details, die dir sonst in einem Fahrzeug verwehrt bleiben.
  • Fahrrad-Safari: Neben der klassischen Pirschfahrt haben wir uns für eine Bike-Safari entschieden. Was für ein Abenteuer, die afrikanische Tierwelt aus dieser Perspektive zu erleben.
Park Ranger auf der Bikereise durch Uganda im Mburo-Nationalpark
Park Ranger des Mburo-Nationalparks auf der Bike-Safari.

Mountainbike-Safari durch den Nationalpark

Willkommen beim Nshara Gate

 »Willkommen beim Nshara Gate«, verkündet unser Safari-Guide Charles stolz. Ein anderer Park Ranger hält sich zurückhaltend im Hintergrund. Dabei fällt sofort auf, dass die beiden Guides ein Gewehr über der Schulter tragen. Es diene unserem Schutz, meint Charles. Bestimmt hat er unsere Blicke auf seiner Waffe gespürt. Gebraucht habe er sie höchst selten, fügt er umgehend an. Wir sind einigermaßen beruhigt.

Danach verfällt er in einen langgezogenen Monolog über das Radfahren und ignoriert dabei, dass wir ganz ungeduldig mit den Füssen im Staub scharren. Freilich kann er nicht wissen, dass wir versierte Mountainbiker sind, mit ganz viel Erfahrung auf Bikereisen weltweit. Nach einer gefühlten Ewigkeit mit Hinweisen zu afrikanischen Handzeichen und ugandischen Fahrtechniken, gehts endlich los.

Eintritt und Eingang in den Mburo-Nationalpark
Eingang beim Nshara Gates in den Lake Mburo Nationalpark.

Begegnung mit den Zebras

Der eine Ranger hebt die Schranke an und gewährt uns nun offiziell Zutritt zum Lake Mburo Nationalpark und die Bike-Safari kann beginnen. Kaum haben wir erstmals einen passenden Trettrhythmus gefunden, da beschert uns die afrikanische Wildnis bereits ein erstes Highlight. Eine Herde Zebras möchte unbedingt genau vor uns den Weg queren. Und wie Charles so schön erörtert hat vor wenigen Minuten, haben in Uganda die Tiere immer Vortritt.

Wir bremsen brav ab und bleiben fast ungläubig stehen. So viele Zebras aus nächster Nähe zu sehen, haben wir nicht erwartet. Die Tiere scheinen sich von unserer Anwesenheit kaum beeindrucken zu lassen und traben leichten Schrittes auf die andere Seite. Dort grasen sie ganz entspannt weiter in der Savanne.

Zebra auf Bike-Safari in Afrika
Typisch Afrika: Berührende Begegnung mit Zebras auf der Bike-Safari.

Afrikanisches Landschaftsbild

Schon nach den ersten Kilometern durch den Park verändert sich die Landschaft spürbar. Die Naturpiste führt durch offene Savannen, Buschland und Akazienlandschaften. Doch fallen uns auch riesige abgebrannte Flächen auf.

Unser Guide klärt uns auf: »Das Feuer ist nicht ein Zeichen von Zerstörung. Vielmehr setzt die Parkverwaltung ein kontrolliertes Abbrennen ein, um alte Vegetation zu entfernen und somit das Wachstum frischer Gräser anzuregen. Für viele Pflanzenfresser entsteht nach einem kontrollierten Brand schnell wieder frisches, schmackhaftes Gras. Gerade Tiere wie Zebras und Impalas profitieren von solchen jungen Grasflächen. Dazu wird mit dem Abbrennen die Ausbreitung unkontrollierter Buschfeuer begrenzt.«

Nun ist uns Charles schon sehr viel sympathischer. Nach dem eher unnötigen Diskurs über das Fahrradfahren, weiß er tatsächlich auch sehr viel über die lokalen Gegebenheiten und die afrikanische Tierwelt zu erzählen.

Warzenschwein Tierwelt Uganda Afrika
Ein Warzenschwein rennt um die Wette.

Impalas in der Savanne

Wie auf Kommando nach der Erwähnung von Impalas, erblicken wir wirklich welche, wenn auch etwas zu weit weg für ein vernünftiges Foto. Bestimmt ein Dutzend Tiere marschiert durchs hohe Gras, schön beisammen im Schutz der Gruppe. Impalas sind elegante, mittelgroße Antilopen, die häufig in großen Herden durch die Savanne ziehen. Besonders auffällig sind ihre beeindruckenden Sprünge, mit denen sie bei Gefahr schnell die Flucht ergreifen. Doch dies ist bei unserer ersten Begegnung kein Thema.

Impalas, Zebras und Topi Antelopen in Uganda
Impalas, Zebras und Topi Antelopen in Uganda.

Mit dem Mountainbike auf Fahrrad-Safari

Wir radeln weiter, streben jedoch nun ein gemütlicheres Tempo an. Wir haben zwischenzeitlich gelernt, dass es hier überhaupt nicht um sportliche Leistung geht. Vielmehr ist die Bike-Safari ein ständiges Stop-and-Go: fahren, anhalten, entdecken und beobachten – und dabei die Tierwelt des Parks ganz unmittelbar vom Fahrrad aus erleben.

Das Mountainbike ist dabei das ideale Transportmittel, weil es sich gut für die unebenen und naturbelassenen Pisten eignet. Dazu meistern wir unterwegs auch einige steile Rampen, die durchaus Kraft und Kondition erfordern. Gerade dieser Wechsel aus holprigen Passagen, Anstiegen und entspanntem Pedalen machen das Radfahren hier zu einem abwechslungsreichen Erlebnis.

Bike-Safari mit Park Ranger im Mburo-Nationalpark
Bike-Safari mit Park Ranger im Mburo-Nationalpark.

Panoramablick auf dem Kazuma Hill

Der strengste Anstieg erfolgt zum Aussichtspunkt »Kazuma Hill Lockout«. Eine ganz fiese, steile Rampe. Das lose Geröll tut das Seine. Wow, das brennt in den Waden, powert uns komplett aus, ganz unter dem Motto: »Steil ist geil!«

Vom »Kazuma Hill Lockout« bietet sich ein beeindruckender Rundumblick über den Lake Mburo Nationalpark. Weit reicht die Fernsicht über die sanft gewellte Savannenlandschaft, die von Buschland, einzelnen Bäumen und bewaldeten Hügeln durchzogen ist. Dazwischen schimmern mehrere Seen in der Landschaft – allen voran der Lake Mburo. Aus dieser erhöhten Perspektive wird die abwechslungsreiche Szenerie des Nationalparks besonders eindrucksvoll sichtbar.

Mountainbike-Safari in Uganda
Mountainbiking hoch zum Aussichtspunkt Kazuma Hill Lockout.

Giraffen des Nationalparks

Nach dem hart erkämpften Aufstieg auf den Kazuma Hill ist das Downhll mit den Bikes nun Fahrspaß pur. Nur allzu schnell hat uns die Savanne wieder und wir pedalen in einem ständigen Auf und Ab einer schmalen Piste entlang.

Plötzlich taucht eine Gruppe Giraffen vor uns auf. Mit ihren langen Hälsen überragen sie mühelos die umliegenden Büsche und lassen sich von unseren Fahrrädern kaum stören. Wir bleiben stehen und genießen den ungewöhnlichen Moment, den majestätischen Tieren so nah begegnen zu können.

Unser Guide gibt uns interessante Hintergrundinformationen:

»Im Mburo National Park leben ausschließlich Nubische Giraffen (früher Rothschild-Giraffe). Mehr als ein Jahrhundert lang waren Giraffen jedoch aus der Landschaft rund um den Lake Mburo verschwunden. Vermutlich hatten Wilderei und Krankheiten zum lokalen Aussterben beigetragen. Erst 2015 kehrten die Tiere zurück: 15 Nubische Giraffen wurden aus dem Murchison-Falls-Nationalpark nach Lake Mburo umgesiedelt. Seither hat sich wieder eine eigene Population entwickelt.«

Würdevoll schreiten die Rothschild-Giraffen durch die Steppe. Ihr helles Fell ist von großen, unregelmäßigen braunen Flecken gezeichnet, während die Beine auffallend hell und teilweise fast weiß erscheinen. Mit ihren langen Hälsen überragen sie mühelos die umliegenden Büsche und Bäume. Trotz ihrer imposanten Größe bewegen sie sich erstaunlich ruhig und elegant durch die Landschaft.

Giraffe im Mburo-Nationalpark in Uganda
Nubische Giraffe in Ugandas Lake Mburo Nationalpark.

Kigambira Safari Lodge

Die Sonne steht bereits tief und taucht die Savanne in warmes, goldenes Licht, als wir bei unserer Unterkunft eintreffen. Müde, aber erfüllt von den Eindrücken des Tages, rollen wir durch das Tor und freuen uns dann auf einen kühlen Willkommensdrink. Ein erlebnisreicher Tag im Lake Mburo Nationalpark geht zu Ende.

Die Kigambira Safari Lodge* besteht aus stilvoll eingerichteten, strohgedeckten Bungalows, die afrikanisches Design mit modernem Komfort verbinden. Die Zimmer sind gemütlich und geschmackvoll gestaltet, mit Holzmöbeln, warmen Farbtönen, komfortablen Betten, eigenem Bad und Balkon oder Terrasse. Die Anlage selbst ist klein und exklusiv und umfasst insgesamt nur 12 Bungalows. Zum Hauptbereich gehören ein Restaurant, eine Bar, eine Terrasse und ein Außenpool.

Wir haben uns hier rundum wohl gefühlt. Die Kigambira Safari Lodge* ist die ideale Unterkunft, um sich nach einer intensiven Biketour zu erholen und einfach die Seele baumeln zu lassen.

Bungalow der Kigambira Safari Lodge beim Lake Mburo in Uganda
Bungalow der Kigambira Safari Lodge beim Lake Mburo im Südwesten Ugandas.

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Welt Explorer Team
Wir sind die Welt Explorer – ein Reiseblog für Weltentdecker. Die Welt kann vor der eigenen Haustür anfangen, in der Heimatstadt oder auf dem Lieblingsberg. Man braucht gar nicht weit zu gehen für eine Entdeckungstour. Doch unser Planet ist gross, das Fernweh ebenso. Unsere Passion ist das Reisen und Entdecken, fremde Länder und Kulturen kennenzulernen. Wir publizieren Anekdoten, Reisegeschichten, Reiseberichte, Reportagen und Reisefotos über die erlebten Abenteuer.