Wilde Natur und Tierwelt in Bolivien
Der Amboró-Nationalpark zählt zu den spektakulärsten Naturgebieten Boliviens und begeistert mit Nebelwald, Dschungel, Wasserfällen und einer unglaublichen Artenvielfalt. Zwischen riesigen Farnen, tropischen Vögeln und wilden Berglandschaften erlebst du eine der ursprünglichsten Regionen Südamerikas. Amboró ist ein Paradies für Naturliebhaber und ein Geheimtipp in Bolivien.
Der Amboró-Nationalpark gehört zu den beeindruckendsten Naturschutzgebieten in Bolivien. Er liegt westlich von Santa Cruz de la Sierra und bildet eine einzigartige Übergangszone zwischen Amazonas-Regenwald, Anden und trockenem Chaco. Genau diese Mischung macht den Park zu einem der artenreichsten Orte aller Länder in ganz Südamerika.
Schon beim Betreten fällt die enorme Vielfalt der Landschaft auf. Dichte Regenwälder wechseln sich mit Nebelwäldern, Flüssen und steilen Bergen ab. In höheren Lagen liegt oft Nebel über den Baumkronen, was dem Gebiet eine fast mystische Atmosphäre gibt.
Vielfältige Tierwelt
Die Tierwelt im Amboró-Nationalpark gehört zu den vielfältigsten in Bolivien, weil dort Anden, Nebelwald und Amazonasregion aufeinandertreffen. Im Park leben Affen, Nasenbären, Tapire, Agutis und mit viel Glück sogar einen Jaguar, Puma oder Brillenbär. Besonders bekannt ist Amboró für seine große Vielfalt an Vögeln mit Tukanen, Aras, Kondoren und vielen bunten Kolibris. Außerdem findet man hier zahlreiche Schmetterlinge, Frösche, Reptilien und eine außergewöhnlich reiche Insektenwelt. Erfreulicherweise hat es jedoch bei unserem Besuch im Mai überhaupt keine Mücken.
Reichtum an Pflanzen
Die Pflanzenwelt im Amboró-Nationalpark ist außergewöhnlich vielfältig und reicht von trockenem Bergwald bis zu feuchtem Nebelwald und tropischem Regenwald. Durch die unterschiedlichen Höhenlagen wachsen dort riesige Farne, Orchideen, Moose, Lianen und mächtige Bibosi-Bäume. Viele Wege führen durch dichte grüne Vegetation mit Farnen, Bambus und von Moos bedeckten Baumstämmen. Im Park wurden tausende Pflanzenarten registriert, darunter zahlreiche seltene und endemische Arten. So schön es bei Sonnenschein auch sein mag, nach Regen wirkt der Wald mit Nebel, tropischen Geräuschen und intensivem Grün fast urzeitlich und noch magischer.
Besuch und Erkundung des Nationalparks
Der Amboró-Nationalpark besitzt mehrere Zugänge, da der Park sehr groß ist und verschiedene Landschaften umfasst.
Auf der nördlichen Seite des Naturschutzgebiets sind Buena Vista und Villa Tunari die bekanntesten Zugänge. Diese tiefer gelegenen Gebiete werden geprägt durch tropischen Regenwald mit Flüssen, dichter Dschungelvegetation und bieten eher ein klassisches Amazonas-Feeling.
Vom gebirgigen Süden des Amboró-Nationalparks gelangst du in die höher gelegenen Nebelwälder. Hier prägen riesige Farne, moosbedeckte Bäume, steile Berge und oft dichter Nebel die Landschaft. Wanderungen stehen hier stärker im Mittelpunkt und die Wege führen häufig durch feuchte Bergwälder mit spektakulären Aussichtspunkten.
Etliche der abgelegen Zugänge sind nur mit Allradfahrzeugen erreichbar, besonders nach Regen. Die Straßen bestehen oft aus Schotter, Schlamm oder Flussdurchquerungen und können schwierig befahrbar sein.
Zudem ist oftmals ist das Erkunden auf eigene Faust untersagt und ein Guide vorgeschrieben. Ein Guide kennt die versteckten Wege und entdeckt Pflanzen oder Tiere, die du alleine meist übersehen würdest. Außerdem erhöht ein lokaler Guide die Sicherheit im dichten Nebel- und Regenwald, besonders auf abgelegenen oder schlecht markierten Wegen im Amboró-Nationalpark.
Wir haben die folgenden beiden Sektionen des Amboró-Nationalparks besucht und erkundet:
- Samaipata: Ausflug und Tour zu den Riesenfarnen »Helechos Gigantes«
- Refugio los Volcanes: Wanderung auf den Pfaden und Besteigung der Aussichtspunkte

Amboró-Nationalpark bei Samaipata
Bergdorf Samaipata
Samaipata ist eine Kleinstadt im gebirgigen Osten Boliviens. Der Ort liegt auf etwa 1650 m und hat ein mildes Klima mit warmen Tagen und kühlen Nächten. Samaipata ist bekannt für seine entspannte Atmosphäre und guter Infrastruktur für internationale Besucher. Du findest hier coole Backpacker-Hostels, stilvolle Boutique-Hotels und gemütliche Lodges, wie auch viele einladende Cafés, Restaurants und Bars im Zentrum. Neben Ausflüge in den Amboro-Nationalpark ist die präkolumbische Felsanlage und das UNESCO-Welterbe El Fuerte de Samaipata die Hauptattraktion.
Anreise und Weiterreise
Von Santa Cruz de la Sierra erreichst du Samaipata in etwa drei bis vier Stunden mit Bus oder Minivan (colectivo). Die Straße ist größtenteils asphaltiert und führt von der Ebene hinauf in die grünen Berge rund um Samaipata.
Von Sucre dauert die Anreise deutlich länger, etwa neun bis zwölf Stunden. Bei dieser breiten Zeitspanne merkst du, dass die Strecke sehr unberechenbar ist. Je nach Wetter und Straßenzustand kann die Fahrt von der bolivianischen Hauptstadt Sucre nach Samaipata holprig und langsam sein, bietet unterwegs aber beeindruckende Ausblicke auf die wechselnde Landschaft Boliviens.
Hotels und Unterkünfte
- Budget | Hostel Serena*
- Mittelklasse | Hotel La Vida es Bella*
- Luxus | El Pueblito Resort*
Touren und Ausflüge
Von Samaipata kannst du den Amboró-Nationalpark mit geführten Touren in einer Gruppe oder individuell mit einem Taxi besuchen. Viele Unterkünfte und Agenturen organisieren Tagesausflüge zu Bereichen wie den »Helechos Gigantes« (Riesenfarne), Wasserfällen oder Nebelwäldern am Rand des Parks. Beliebt sind Wanderungen, Vogelbeobachtung und Naturtouren durch den feuchten Bergwald des Amboró.
Riesenfarne »Helechos Gigantes«
Die beeindruckenden, riesigen Baumfarne im Amboró-Nationalpark findest du vor allem im feuchten Nebelwald rund um Samaipata. Genau dort herrschen die Bedingungen, die diese urzeitlich wirkenden Pflanzen brauchen.
Der Zugang ist nur mit einem Guide möglich. Am besten schließt du dich also einer geführten Tour an. Wir haben uns für Samaipata Tours entschieden, eine empfehlenswerte Agentur an der Calle Bolivar. Nur die Planung des Transportmittels ist etwas illusorisch. Da es die letzten beiden Tage geregnet hat, ist die Zufahrtsstraße völlig verschlammt und der eingesetzten PW bleibt schon beim ersten Anstieg außerhalb des Dorfes stecken. Wir steigen also auf die Ladefläche eines 4×4 Toyota um und erreichen schlussendlich auf einer kurvenreichen Route das Eintrittstor zum Nationalpark.
Hier startet die Wanderung auf den Cerro de la Mina, zu den »Helechos Gigantes«. Die Route ist rund 11 km lang mit 400 Höhenmeter und führt tief in den feuchten Nebelwald des Amboró-Nationalparks. Entlang schmaler Waldpfade geht es vorbei an moosbedeckten Bäumen und dichter tropischer Vegetation mit den Riesenfarnen.
Die riesigen Baumfarne können mehrere Meter hoch werden und gehören zu den ältesten Pflanzenformen der Erde. Ihre Vorfahren existierten bereits vor hunderten Millionen Jahren, lange vor den Dinosauriern, weshalb der Wald dort oft wie eine urzeitliche Landschaft wirkt.
Die Farne gedeihen besonders gut im kühlen, feuchten Nebelwaldklima rund um Samaipata, wo ständig hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Sie wachsen sehr langsam. Viele Arten legen pro Jahr nur wenige Zentimeter Stammhöhe zu, oft etwa 3 bis 10 Zentimeter abhängig von Feuchtigkeit, Temperatur und Licht. Deshalb können große Exemplare mit mehreren Metern Höhe bereits viele Jahrzehnte oder sogar über 100 oder 200 Jahre alt sein. Sogar umgefallene Baumfarne können gemäss unserem Guide weiterleben. Solange der obere Teil mit der Wachstumsspitze intakt bleibt und genug Feuchtigkeit vorhanden ist, wachsen oft weiterhin neue Wedel.
Auf der Tour haben wir jedoch enttäuschend wenige Tiere gesehen, da haben wir doch mehr erwartet. Immerhin lassen sich einige Kapuzineraffen sehen. Tiersichtungen sind ungemein viel spannender im Parkbereich der Refugio los Volcanes Lodge, siehe nächster Abschnitt.
Südöstlicher Abschnitt beim Refugio los Volcanes
Refugio los Volcanes
Das Refugio los Volcanes ist eine abgelegene Lodge am südöstlichen Rand des Amboró-Nationalparks. Es liegt in einem engen Tal, das von steilen, rötlichen Felswänden umgeben ist. Diese Landschaft wirkt fast unwirklich und erinnert an eine Mischung aus Dschungel und Canyon. Dadurch entsteht sofort das Gefühl, wirklich abgeschieden in der Natur zu sein.
Der Name der Lodge ist etwas irreführend. Bei einer ersten Entdeckungsreise hierher glaubten die Pioniere, die Felsformationen seien vulkanischen Ursprungs. Deshalb tauften sie das Gebirge Serrania de los Volcanes und die Lodge bekam den Namen Refugio los Volcanes. Tatsächlich stellte sich jedoch später heraus, dass dieser Teil des Amboro-Nationalparks nicht von Vulkanen geformt wurde.
Anreise und Weiterreise
Die Anreise ist etwas umständlich, wenig überraschend für einen abgelegenen Ort. Aber es lohnt sich jedenfalls. Mit einem Colectivo (Minibus) reist du bis ins kleine Dorf Bermejo. Dieses liegt etwa 80 km von Santa Cruz de la Sierra entfernt und ca. 40 km östlich von Samaipata. Hier holt dich ein 4×4-Fahrzeug ab und bringt dich auf einer Holperpiste zuerst hoch zu einem Mirador, einem wunderbaren Aussichtspunkt und Zutritt zum Areal. Danach auf einem abenteuerlichen und ungemein steilen Weg runter auf den Talboden ins Refugio los Volcanes. Dieser Service muss vorgängig abgesprochen werden und hat einen Aufpreis, siehe Website.
Unterkunft und Zimmer
Die Unterkunft selbst ist bewusst einfach gehalten. Im Wohngebäude mitten auf der Lichtung befinden sich gerade mal 6 Zimmer, jeweils mit 1, 2 oder 3 Betten, dazu 4 weitere Zimmer in anderen Gebäuden, alle mit eigenem Badezimmer. Am Fluss gibt es einen großzügigen und gemütlichen Aufenthaltsraum und gleich nebenan den Speisesaal und eine Terrasse mit Sitzmöglichkeiten direkt am Fluss mit einem kleinen Wasserfall.
Alles ist offen und mit viel Liebe gestaltet. Du bist wirklich mitten in der Natur, hörst ständig Geräusche aus dem Wald, wie beispielsweise Papageien und andere Vögel oder die Kapuzineraffen.
Preisgestaltung und inkludierte Leistungen
Die Lodge ist nicht billig, für Bolivien schon gar nicht. Das Doppelzimmer kostet derzeit USD 280 für zwei Personen. Aber beachte die inkludierten Leistungen.
- Mahlzeiten: Du bekommst Frühstück und Abendessen im Refugio, Mittagessen wahlweise als Lunchbox zum Mitnehmen oder ebenfalls im Refugio.
- Guides: Lokale Begleiter für die Erkundung der Umgebung. Diese Begleiter sind keine professionellen Guides und allenfalls nur spanischsprachig. Sie sind dafür ungemein herzlich und kennen alle Wege sowie die lokalen Namen der Pflanzen, Vögel und Tiere der Gegend sehr gut.
- Transport: Falls du mit einem Privatfahrzeug oder Taxi anreist, lass dich bis zum Mirador fahren, von dort ist der Transport inkludiert. Falls du in Bermejo ankommst, fallen Zusatzkosten an, für die dortige Abholung.

Senderos – die Wanderwege
Für die Erkundung des Amboro-Nationalparks im südöstlichen Abschnitt rund um das Refugio los Volcanes, ist die Begleitung durch einen ortskundigen Guide aus Sicherheitsgründen vorgeschrieben. Die Wanderungen werden bei der Ankunft in Absprache mit dem Team organisiert. Die gewählten Routen sind abhängig vom Wetter und der körperlichen Verfassung der Gäste.
Hier sind einige Vorschläge für Wanderungen.
Drei Wasserfälle
Der Fluss Elvira fließt am Refugio vorbei, bevor er sich in drei Wasserfällen ergießt. Es ist eine Abfolge sehr abwechslungsreicher Landschaften, in denen natürliche Wasserbecken und kleine Sandstrände zum Verweilen einladen. Hier siehst du auch verschiedene Orchideen. Wanderzeit: ca. 1 Stunde.
Aussichtspunkt Amboró
Der Rundweg überquert den Fluss ein paar Mal, bevor er über einen kleinen Anstieg zum Aussichtspunkt führt. Von oben fesselt die Weite des Nationalparks, mit einem faszinierenden Kontrast der Sandsteinwände der Felsgiganten und der weitläufigen tropischen Vegetation. Ganz speziell ist hier der Knoblauchbaum, dessen Rinde tatsächlich wie Knoblauch riecht. Wanderzeit: 1.5–2 Stunden.
Senda Loro
Der Weg der Papageien ist einer der bekanntesten im Refugio los Volcanes und eignet sich besonders gut zur Vogelbeobachtung, insbesondere der lauten Papageien. Unser Guide hat mal 46 verschiedene Vogelarten erlebt innerhalb von nur 2 h auf dieser Route! Außerdem kannst du auf dem Panoramaweg etliche endemische Pflanzen bewundern. Von den Aussichtspunkten ergeben sich wunderbare Ausblicke über das Tal und die umliegenden Felsmassive. Wanderzeit: 2–3 Stunden.
Condor-Wanderweg
Diese Route führt durch einen Wald aus riesigen Fikusbäumen, die mehrere Hundert Jahre alt sein können, bevor der Aufstieg zum Aussichtspunkt beginnt. Er bietet eine hervorragende Gelegenheit, den Nebelwald der Region kennenzulernen. Der Höhepunkt ist natürlich die Sichtung eines Kondors. Er ist einer der größten flugfähigen Vögel der Welt und lebt in den Anden und auch tiefer liegenden Tälern Südamerikas. Er hat eine Flügelspannweite von bis zu drei Metern und nutzt warme Luftströme, um stundenlang ohne viele Flügelschläge zu gleiten. Wanderzeit: 2–3 Stunden.
Sendero Don Albert
Don Albert ist der Gründer des Refugio los Volcanes und zu seinen Ehren wurde diese Route zum zweithöchsten Aussichtspunkt benannt. Die Wanderung dauert rund 2–3 Stunden, dabei gilt es rund 200 Höhenmeter zu erklimmen. Der Weg führt durch dichten Nebelwald mit riesigen Bibosi-Bäumen, Farnen und tropischer Vegetation. Unterwegs kannst du mit etwas Glück Kapuzineraffen beobachten. Dazu haben wir zwei Tukane gesichtet. Der Höhepunkt ist am höchsten Punkt. Du bist umgeben von mächtigen Felswänden und Hügeln überzogen mit grünem Regenwald.
Senda Cumbre
Dieser Gipfelweg zum höchsten Aussichtspunkt ist bei unserem Besuch im Nationalpark leider aufgrund von Erdrutschen nicht begehbar. Die Senda Cumbre hat ungefähr 440 Höhenmeter Aufstieg. Die Route erreicht dabei etwa 1470 m Höhe. Sie gilt gemäß unserem Guide als schwierig und dauert etwa 3–4 Stunden. Die Anstrengung wird mit einem 360°-Panoramablick belohnt, bei dem sich der Amboró-Park zu deinen Füßen ausbreitet. Bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang ist das Erlebnis noch intensiver.
Tiersichtungen rund um das Refugio
- Vögel: Tukan, Kolibri, Ara-Papageien und viele weitere Vogelarten
- Säugetiere: Kapuzineraffen, Aguti, Eichhörnchen
- Insekten: Schmetterling, Grillen, Ameisen, Raupe
- Reptilien: Eidechse
- Amphibien: Frosch
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